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Bundesmedikationsplan – KBV einigt sich mit Kassen

163 Millionen Euro gibt es extra für die Erstellung und Aktualisierung des Medikationsplans, der den Versicherten ab dem 1. Oktober zur Verfügung steht.

Das Wichtigste hierzu auf einen Blick:
Patienten, die gleichzeitig mindestens drei zu Lasten der gesetzlichen Krankenversicherung verordnete Arzneimittel anwenden, haben nach § 31a SGB V ab 1. Oktober 2016 Anspruch auf einen für sie verständlichen Medikationsplan mit einheitlicher Struktur. Über diesen Anspruch müssen Ärzte ihre Patienten zukünftig informieren.

Der Medikationsplan ist zunächst ein Dokument für den Patienten und wird ihm in Papierform ausgehändigt.
Auf dem Medikationsplan ist zusätzlich optional ein Barcode aufgebracht, der Informationen des Plans in digitaler Form enthält. Per Scanner kann der Medikationsplan unabhängig von der jeweiligen Praxis- oder Apothekensoftware in Praxen, Apotheken und Krankenhäusern eingelesen und aktualisiert werden. Die Anschaffung eines Barcodescanners ist für den Arzt allerdings nicht verpflichtend.

Ab dem 1. April 2017 müssen die Ärzte den hier beschriebenen bundesweit einheitlichen Medikationsplan verwenden. Die Softwarehersteller müssen dazu die Funktionalität ihrer Medikationsplan-Module von der KBV zertifizieren lassen.

Vergütung
Die Ärzte erhalten für die Erstellung und Aktualisierung des einheitlichen Medikationsplans eine Vergütung.

Erhöhung der Pauschalen bei Abrechnung von Ärzten nach § 295 (1b) SGB V:
Hier liegen noch keine Ergebnisse vor. Regionale Modellvorhaben nach § 63 SGB V bleiben aber unberührt:
Vgl. Sachsen/Thüringen ARMIN

EBM-Abrechnung:
Gebührenordnungsposition (GOP) 01630 – Laut Beschluss erhalten Hausärzte und Pädiater ab Oktober für die Erstellung eines Medikationsplans die GOP 01630 als Einzelleistungsvergütung für Patienten, die nicht chronisch krank sind. Sie wird als Zuschlag einmal im Jahr (im Krankheitsfall) zur Versichertenpauschale gezahlt. Für die Leistung erhalten die Hausärzte 39 Punkte (4,07 Euro, ab 2017 4,11 Euro), die extrabudgetär gezahlt werden.

GOP 03222/04222: Bei chronisch kranken Patienten gibt es für Haus- und Kinderärzte die GOP 03222/04222 als Zuschlag zur Chronikerpauschale, unabhängig davon, ob für den Patienten ein Medikationsplan zu erstellen beziehungsweise zu aktualisieren ist.

Der Zuschlag ist mit 10 Punkten (derzeit 1,04 Euro) bewertet und wird einmal im Behandlungsfall automatisch von der KV zugesetzt, wenn die Chronikerpauschale abgerechnet wird. Für Hausärzte wird es damit noch wichtiger, dass sie ihre chronisch kranken Patienten regelmäßig sehen, damit die Chronikerpauschale abgerechnet werden kann.

Die Einzelleistung GOP 01630 schließt den Zuschlag aus. Ebenso die Berechnung des hausärztlich-geriatrischen Betreuungskomplexes (GOP 03362), da hier der Medikationsplan bereits Teil des obligaten Leistungsinhalts ist.

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