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Bewertungsausschuss zur Vergütung der Notfallambulanzen

Als „patientenfeindlich“ kritisiert die Deutsche Krankenhausgesellschaft die am Mittwoch gefassten Beschlüsse des erweiterten Bewertungsausschusses zur Vergütung der Notfallambulanzen und ruft nun nach dem Gesetzgeber. KBV und Krankenkassen dagegen sind zufrieden.

Der Gesetzgeber hatte die Selbstverwaltung mit der Krankenhausreform beauftragt, die Vergütungen für die Leistungen der Notfallambulanzen in den Krankenhäusern „aufwandsgerechter zu gestalten“.

Ziel ist es, Patienten, die tagsüber Hilfe in den Notfallambulanzen der Krankenhäuser suchen, an die niedergelassenen Ärzte weiterzuleiten – sollte sich kein unbedingter Behandlungsbedarf zeigen.

„Was gestern (7.12.16) in dem Schiedsgremium herausgekommen ist, wird diesem Auftrag in keinster Weise gerecht“, ärgert sich DKG-Hauptgeschäftsführer Georg Baum über die Entscheidung des ergänzten erweiterten Bewertungsausschusses zur Festlegung der EBM-Vergütungen für die Notfallambulanzen der Krankenhäuser.
Grund für Baums Ärger: Bevor in den Notfallambulanzen entschieden werden kann, ob der Patient in der Klinik weiterbehandelt oder zu einem niedergelassenen Arzt überwiesen werden kann, sind eine Registrierung des Patienten sowie eine ärztliche Abklärung in den Notfallambulanzen erforderlich. Für diese Leistungen sollen die Krankenhäuser künftig nur noch 4,74 Euro erhalten statt wie bisher 13,37 Euro. So hat es der erweiterte Bewertungsausschuss am Mittwoch entschieden.

Dabei gehen der Spitzenverband der Gesetzlichen Krankenversicherung und die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) von einer ärztlichen Kontaktzeit von zwei Minuten aus, heißt es in einer Mitteilung der DKG vom Donnerstag.

„Eine derart diskreditierende Bewertung ärztlicher Leistungen löst bei uns blankes Entsetzen aus. Zwei-Minuten-Medizin als Vorgabe in einer Gebührenordnung ist patientenfeindlich“, kritisiert Baum.

Ebenfalls gekürzt werden soll nach dem Beschluss die Behandlungspauschale für Patienten, die zwischen 7 und 19 Uhr in die Notfallambulanzen kommen und dort behandelt werden müssen. Die Hauptbehandlungspauschale für die regulären Notfallzeiten bleibt dagegen unverändert. Ergänzt werden diese Behandlungspauschalen um Zuschläge bei bestimmten schwereren Erkrankungen. „Diese laufen aber ins Leere, weil solche Patienten in der Regel stationär aufgenommen werden müssen und nicht über das ambulante Notfallvergütungssystem finanziert werden“, moniert die DKG.

Krankenkassen sprechen von einer guten Lösung
Der GKV-Spitzenverband hält die Entscheidung für eine gute Lösung, „um die Vergütung des Notdienstes entsprechend dem Gesetzesauftrag nach Schweregraden zu differenzieren“.

Es sei dem Gesetzgeber keinesfalls darum gegangen, zusätzlich mehr Geld für diese Leistung ins System zu schleusen. Vielmehr sollten die vorhandenen Gelder zielgerichteter verteilt werden. „Wir hoffen, dass die gefundene Lösung hilft, die Situation in den Notfallaufnahmen von Krankenhäusern zu entspannen“, teilte eine Verbandssprecherin auf Anfrage mit.

Mehr lesen Sie unter http://www.facharzt.de/content/red.otx/187,173987,0.html?utm_source=Abendnachrichten_2016-12-08

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